Matthäus 6 Das verborgene Leben vor Gott: Geben, Beten, Fasten, Vertrauen
Matthäus 6 im Licht des Alten Testaments
Matthäus 6 ist das Herzstück der Bergpredigt. Jesus zeigt, wie das Leben im Reich Gottes aussieht – nicht äußerlich, sondern im Verborgenen, vor dem Vater, der sieht.
Drei große Themen prägen das Kapitel:
- Gerechtigkeit im Verborgenen (Geben, Beten, Fasten)
- Das Vaterunser – die Mitte des Glaubens
- Vertrauen statt Sorgen – das Reich zuerst
Matthäus 6 ist die Einladung zu einem geheimen, echten, ungeteilten Leben mit Gott.
Geben, Beten, Fasten – Gerechtigkeit vor Gott, nicht vor Menschen
Matthäus 6,1–18
Jesus warnt vor religiöser Selbstdarstellung. Dreimal sagt er:
- „Wenn du gibst …“
- „Wenn du betest …“
- „Wenn du fastest …“
Und dreimal: „Dein Vater, der im Verborgenen sieht, wird es dir vergelten.“
Bezug zum AT
- 1. Samuel 16,7 – Gott sieht das Herz.
- Jesaja 58,3–7 – Fasten ohne Herz ist wertlos.
- Sprüche 21,2 – Gott prüft die Herzen.
- Psalm 51,8 – Gott hat Freude an Wahrheit im Innern.
Bezug zu heute
- Christsein ist kein Bühnenprogramm.
- Gott sieht, was niemand sieht – und das genügt.
- Geistliche Disziplinen sind Beziehung, nicht Performance.
Das Vaterunser – das Gebet des Reiches
Matthäus 6,9–13
Das Vaterunser ist nicht nur ein Gebet – es ist eine Struktur für das ganze Leben.
a) „Unser Vater“ – Identität
Wir beten nicht zu einem fernen Gott, sondern zu unserem Vater.
AT: Jesaja 63,16 – „Du, HERR, bist unser Vater.“
b) „Geheiligt werde dein Name“ – Anbetung
Gottes Name soll sichtbar werden.
AT: Hesekiel 36,23 – Gott heiligt seinen Namen unter den Nationen.
c) „Dein Reich komme“ – Hoffnung
Wir sehnen uns nach Gottes Herrschaft.
AT: Daniel 2,44 – Gottes Reich wird ewig bestehen.
d) „Unser tägliches Brot“ – Abhängigkeit
Gott versorgt täglich.
AT: 2. Mose 16 – Manna: tägliche Versorgung.
e) „Vergib uns“ – Gnade
Vergebung ist der Atem des Glaubens.
AT: Psalm 103,3 – Gott vergibt alle Schuld.
f) „Erlöse uns“ – Kampf
Wir leben im geistlichen Kampf.
AT: Psalm 121 – Gott bewahrt vor allem Bösen.
Bezug zu heute
- Das Vaterunser ordnet unser Leben neu.
- Es verbindet Anbetung, Vertrauen, Vergebung und Kampf.
- Es ist das Gebet der Jünger – nicht der Zuschauer.
Vergebung – das Herz des Evangeliums
Matthäus 6,14–15
Vergebung ist keine Option, sondern ein Kennzeichen des Reiches.
Bezug zum AT
- Sprüche 19,11 – Ehre des Menschen ist es, Vergehen zu übersehen.
- Micha 7,18–19 – Gott wirft Sünden ins Meer.
Bezug zu heute
- Unvergebenheit zerstört Beziehungen und Herzen.
- Wer Gottes Vergebung kennt, kann vergeben.
Schätze im Himmel – das Herz folgt dem Schatz
Matthäus 6,19–24
Jesus zeigt zwei Wege:
- Schätze auf Erden → vergänglich
- Schätze im Himmel → ewig
„Wo dein Schatz ist, da wird auch dein Herz sein.“
Bezug zum AT
- Sprüche 23,4–5 – Reichtum ist flüchtig.
- Psalm 73,25–26 – Gott ist der wahre Schatz.
- Jesaja 33,6 – Gottesfurcht ist Reichtum.
Bezug zu heute
- Geld ist ein guter Diener, aber ein schlechter Herr.
- Unser Umgang mit Besitz zeigt unser Herz.
- Ewige Perspektive verändert Prioritäten.
Das Auge – Fenster des Herzens
Matthäus 6,22–23
Ein „lauteres Auge“ bedeutet:
- klare Ausrichtung,
- ungeteilte Hingabe,
- geistliche Wahrnehmung.
Bezug zum AT
- Psalm 119,18 – „Öffne mir die Augen.“
- Sprüche 4,25 – Geradeaus blicken.
Bezug zu heute
- Was wir anschauen, prägt uns.
- Medien, Bilder, Ziele – alles formt unser Herz.
Niemand kann zwei Herren dienen
Matthäus 6,24
Gott und Mammon schließen sich aus.
Bezug zum AT
- Josua 24,15 – „Wählt euch heute, wem ihr dienen wollt.“
- 1. Könige 18,21 – „Wie lange hinkt ihr auf beiden Seiten?“
Bezug zu heute
- Neutralität gibt es nicht.
- Das Herz braucht einen Herrn – und nur einer macht frei.
Sorgt euch nicht – der Vater sorgt
Matthäus 6,25–34
Jesus zeigt:
- Gott ernährt die Vögel,
- kleidet die Lilien,
- kennt unsere Bedürfnisse.
Der Schlüsselvers: „Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes.“
Bezug zum AT
- Psalm 55,23 – Wirf deine Last auf den HERRN.
- Psalm 37,5 – Befiehl dem HERRN deinen Weg.
- Jesaja 41,10 – Fürchte dich nicht.
Bezug zu heute
- Sorgen sind menschlich – Vertrauen ist göttlich.
- Gott kennt unsere Rechnungen, Ängste, Herausforderungen.
- Wer das Reich zuerst sucht, findet Frieden.
8. Übersichtstabelle: Matthäus 6
| Thema | Matthäus 6 | Altes Testament | Bedeutung für heute |
|---|---|---|---|
| Geben, Beten, Fasten | Gerechtigkeit im Verborgenen | 1 Sam 16; Jes 58 | Gott sieht das Herz |
| Vaterunser | Struktur des Glaubens | Jes 63; Hes 36; Dan 2; 2 Mo 16 | Identität, Vertrauen, Vergebung |
| Vergebung | Bedingung des Reiches | Spr 19; Mi 7 | Freiheit durch Vergebung |
| Schätze | Himmel vs. Erde | Ps 73; Spr 23 | Ewige Perspektive |
| Auge | Lauteres Auge | Ps 119; Spr 4 | Fokus prägt das Herz |
| Zwei Herren | Gott oder Mammon | Jos 24; 1 Kön 18 | Ungeteilte Hingabe |
| Sorgen | Gott sorgt | Ps 55; Jes 41 | Vertrauen statt Angst |
Fazit
Matthäus 6 zeigt:
- Christsein ist ein verborgenes Leben vor dem Vater.
- Das Vaterunser ordnet unser Herz neu.
- Vergebung ist unverzichtbar.
- Besitz offenbart das Herz.
- Das Auge bestimmt die Richtung.
- Gott allein ist Herr.
- Sorgen weichen, wenn das Reich zuerst kommt.
Matthäus 6 ruft uns in die Tiefe – in ein Leben, das Gott sieht, auch wenn niemand sonst es sieht.

