Matthäus 19 Ehe, Jüngerschaft, Kinder, Reichtum und der Lohn der Nachfolge
Matthäus 19 im Licht des Alten Testaments
Matthäus 19 markiert einen Übergang: Jesus verlässt Galiläa und geht Richtung Jerusalem – und die Themen werden schärfer:
- Ehe und Scheidung
- Kinder und das Reich Gottes
- Reichtum und Nachfolge
- Lohn und Verzicht
Es ist ein Kapitel, das die Grundwerte des Reiches Gottes offenlegt.
Ehe und Scheidung – Gottes ursprünglicher Plan
Matthäus 19,1–12
Die Pharisäer fragen: „Darf man seine Frau aus jedem Grund entlassen?“ Jesus antwortet nicht mit Rabbinerschulen, sondern mit Schöpfung:
„Am Anfang schuf Gott sie als Mann und Frau.“
Er zitiert 1. Mose 1,27 und 1. Mose 2,24:
- Gott stiftet die Ehe
- Zwei werden ein Fleisch
- Was Gott verbunden hat, soll der Mensch nicht trennen
Die Scheidungserlaubnis in 5. Mose 24 war eine Notlösung wegen Herzenshärte, nicht Gottes Ideal.
Bezug zum AT
- 1. Mose 1–2 – Gottes Schöpfungsordnung
- 5. Mose 24,1–4 – Scheidung als Schutzregel
- Maleachi 2,13–16 – Gott hasst Scheidung, weil sie zerstört
Bezug zu heute
- Ehe ist Gottes Idee – nicht menschliche Konstruktion
- Scheidung ist nicht Gottes Ziel, aber Gott kennt Zerbruch
- Jüngerschaft bedeutet, Gottes ursprünglichen Plan ernst zu nehmen
- Ehelosigkeit um des Reiches willen ist ein legitimer Ruf
Jesus und die Kinder – das Reich gehört den Kleinen
Matthäus 19,13–15
Die Jünger wollen die Kinder wegschicken. Jesus sagt:
„Lasst die Kinder zu mir kommen.“
Er legt ihnen die Hände auf und segnet sie.
Bezug zum AT
- Psalm 127,3 – Kinder sind ein Geschenk
- Jesaja 40,11 – der Hirte trägt die Lämmer
- 5. Mose 6,6–7 – Kinder im Zentrum der Glaubensweitergabe
Bezug zu heute
- Kinder sind nicht „Zukunft der Gemeinde“, sondern Gegenwart
- Jesus nimmt sie ernst – wir sollen es auch
- Glaube beginnt oft im Kindesalter
- Gemeinde muss ein Ort für Kinder sein
Der reiche Jüngling – das Hindernis des Wohlstands
Matthäus 19,16–22
Ein junger Mann fragt: „Was muss ich tun, um das ewige Leben zu haben?“ Jesus führt ihn zu den Geboten – und dann zum Kern:
„Verkaufe, was du hast, und folge mir nach.“
Der Mann geht traurig weg – sein Besitz besitzt ihn.
Bezug zum AT
- 2. Mose 20 – die Gebote
- 5. Mose 6,5 – Gott von ganzem Herzen lieben
- Psalm 62,11 – Reichtum nicht vertrauen
Bezug zu heute
- Reichtum ist nicht böse – aber gefährlich
- Besitz kann zum Götzen werden
- Jesus fordert nicht alle auf, alles zu verkaufen – aber er fordert alle auf, ihm über alles zu folgen
- Jüngerschaft kostet etwas
Kamel und Nadelöhr – Unmöglich für Menschen, möglich für Gott
Matthäus 19,23–26
Jesus sagt:
„Ein Reicher kommt schwer ins Reich Gottes.“
Die Jünger sind schockiert. Jesus erklärt:
„Bei Menschen ist es unmöglich, aber bei Gott sind alle Dinge möglich.“
Bezug zum AT
- Psalm 49,7–9 – kein Mensch kann sich selbst erlösen
- Jeremia 32,17 – nichts ist Gott unmöglich
- Hiob 42,2 – Gottes Pläne scheitern nicht
Bezug zu heute
- Erlösung ist Gnade, nicht Leistung
- Gott kann Herzen verändern, die wir für verloren halten
- Reichtum ist eine Prüfung – nicht ein Zeichen von Segen
Der Lohn der Nachfolge – Gott vergisst nichts
Matthäus 19,27–30
Petrus fragt: „Wir haben alles verlassen – was bekommen wir?“ Jesus antwortet:
- Die Jünger werden auf zwölf Thronen sitzen
- Jeder, der um Jesu willen verzichtet, wird hundertfach empfangen
- Viele Erste werden Letzte sein – und Letzte Erste
Bezug zum AT
- Daniel 7,27 – Heilige empfangen das Reich
- Psalm 37,7–11 – die Sanftmütigen erben das Land
- Sprüche 11,25 – Großzügigkeit wird belohnt
Bezug zu heute
- Gott sieht jeden Verzicht
- Nachfolge lohnt sich – jetzt und in Ewigkeit
- Gottes Bewertung ist anders als menschliche
- Treue zählt mehr als Status
Übersichtstabelle: Matthäus 19
| Thema | Matthäus 19 | Altes Testament | Bedeutung für heute |
|---|---|---|---|
| Ehe & Scheidung | Gottes Schöpfungsordnung | 1 Mo 1–2; 5 Mo 24; Mal 2 | Ehe ist heilig – Gottes Ideal zählt |
| Kinder | Segen & Wert | Ps 127; Jes 40; 5 Mo 6 | Kinder gehören ins Zentrum |
| Reicher Jüngling | Hindernis des Besitzes | 2 Mo 20; 5 Mo 6; Ps 62 | Reichtum kann zum Götzen werden |
| Kamel & Nadelöhr | Unmöglich ohne Gott | Ps 49; Jer 32; Hi 42 | Erlösung ist Gnade |
| Lohn der Nachfolge | Hundertfacher Segen | Dan 7; Ps 37; Spr 11 | Gott vergisst keinen Verzicht |
Fazit für den Blogartikel
Matthäus 19 zeigt:
- Gottes Plan für Ehe ist gut und heilig
- Kinder sind wertvoll und willkommen
- Reichtum kann ein geistliches Hindernis sein
- Erlösung ist unmöglich ohne Gottes Eingreifen
- Nachfolge kostet – aber sie lohnt sich unendlich
Matthäus 19 ist das Kapitel der Prioritäten: Jesus ruft uns zu einem Leben, in dem Gott an erster Stelle steht.

