2Samuel 3 – Abners Bruch mit Isch-Boschet und sein Tod durch Joab
Wenn Menschen Politik machen, führt Gott dennoch seinen König zum Ziel.
1. Einleitung
- Samuel 3 ist ein Kapitel voller Spannung, Machtkämpfe und Wendungen. Es zeigt:
- David – geduldig, wachsend, gesegnet
- Abner – mächtig, verletzt, wechselnd
- Isch-Boschet – schwach, abhängig
- Joab – rachsüchtig, gefährlich
Und über allem steht Gottes souveräne Führung.
Dieses Kapitel ist ein Paradebeispiel dafür, wie Gott seinen Plan durchsetzt – selbst durch die Fehler, Intrigen und Ambitionen von Menschen.
2. Versweise Auslegung
Vers 1 – Ein langer Krieg zwischen dem Haus Sauls und dem Haus Davids
Der Bürgerkrieg dauert an. Doch:
„David wurde immer stärker, das Haus Sauls aber immer schwächer.“
Theologie: Gottes Erwählung setzt sich durch – langsam, aber unaufhaltsam.
Verse 2–5 – Davids wachsende Familie
David bekommt in Hebron mehrere Söhne von mehreren Frauen.
Beobachtung: Dies ist kein Lob – die Bibel zeigt nüchtern Davids Schwäche im Bereich der Beziehungen. Diese Ehen werden später Probleme bringen (Amnon, Absalom, Adonija).
Verse 6–7 – Abner und die Nebenfrau Sauls
Isch-Boschet beschuldigt Abner, mit Sauls Nebenfrau geschlafen zu haben. Das wäre ein Anspruch auf den Thron.
Beobachtung: Isch-Boschet ist schwach – aber er wagt, Abner zu konfrontieren.
Verse 8–11 – Abner bricht mit Isch-Boschet
Abner ist wütend. Er sagt:
„Ich werde David zum König machen.“
Isch-Boschet hat Angst und schweigt.
Theologie: Abner erkennt, dass Gott David erwählt hat – aber seine Motivation ist politisch, nicht geistlich.
Verse 12–16 – Abner verhandelt mit David
Abner bietet David an, ganz Israel zu ihm zu bringen. David stimmt zu – unter einer Bedingung:
Michal, Sauls Tochter, muss zu ihm zurückkehren.
Warum?
- Sie ist seine erste Frau
- Sie symbolisiert die Verbindung zum Königshaus
- Sie ist ein Zeichen der Legitimität
Beobachtung: David handelt politisch klug – aber Michal wird später eine Quelle von Schmerz.
Verse 17–21 – Abner gewinnt Israel für David
Abner überzeugt:
- die Ältesten Israels
- den Stamm Benjamin
- das ganze Volk
Er sagt:
„Der HERR hat zu David gesagt…“
Ironie: Abner zitiert Gottes Wort – aber aus politischen Gründen.
David empfängt Abner mit einem Festmahl.
Verse 22–25 – Joab kehrt zurück und ist wütend
Joab misstraut Abner. Er sagt:
„Er ist gekommen, um dich auszuspionieren!“
Joab sieht nicht Gottes Plan – er sieht nur persönliche Gefahr.
Verse 26–27 – Joab ermordet Abner
Joab lockt Abner zurück und tötet ihn – aus Rache für seinen Bruder Asahel (Kap. 2).
Theologie: Joab handelt nicht im Auftrag Davids – sondern im Auftrag seines eigenen Herzens.
Verse 28–30 – David distanziert sich öffentlich
David sagt:
„Ich und mein Königreich sind unschuldig am Blut Abners.“
Er verflucht Joabs Haus – aber er bestraft Joab nicht.
Beobachtung: David ist politisch klug, aber nicht konsequent. Joab wird später ein großes Problem.
Verse 31–35 – David trauert um Abner
David ordnet eine öffentliche Trauerfeier an. Er weint. Er fastet. Er folgt dem Sarg.
Das Volk erkennt:
„David hatte nichts mit Abners Tod zu tun.“
Vers 36–39 – Davids Kommentar
David sagt:
„Ich bin heute schwach, obwohl ich gesalbt bin.“
Er erkennt:
- Joab ist zu mächtig
- Er kann ihn (noch) nicht bestrafen
- Gott wird richten
Theologie: David ist König – aber noch nicht stark genug, um alle Ungerechtigkeit zu beseitigen.
3. Theologische Hauptlinien
1. Gottes Plan setzt sich durch – trotz menschlicher Politik
Abner, Isch-Boschet, Joab – alle handeln aus eigenen Motiven. Doch Gottes Ziel bleibt klar: David wird König.
2. Der wahre König handelt mit Ehre
David trauert um Abner – obwohl Abner lange sein Feind war.
3. Menschliche Ambitionen führen zu Chaos
Abners Stolz, Isch-Boschets Schwäche, Joabs Rache – alles führt zu Blutvergießen.
4. Gottes Erwählung ist stärker als menschliche Intrigen
David wird stärker – Saul schwächer.
5. Der wahre König ist geduldig
David wartet, bis Gott die Türen öffnet.
4. Praktische Anwendungen
1. Gottes Plan braucht keine menschliche Manipulation
Abner versucht, Gottes Plan zu „helfen“ – aber Gott braucht das nicht.
2. Ehre deine Feinde
David trauert um Abner – ein Vorbild für uns.
3. Ungelöste Konflikte werden zu späteren Problemen
David bestraft Joab nicht – und Joab wird später zu einer Gefahr.
4. Gott führt Schritt für Schritt
David wird erst König über Juda – dann über ganz Israel.
5. Bibellehrer – Stimmen zu 2. Samuel 3
Matthew Henry
„Abner wechselte die Seiten – aber nicht sein Herz.“
A. W. Pink
„David trauert um Abner, weil er Gottes Ordnung ehrt.“
C. H. Mackintosh
„Joabs Rache zeigt die Gefahr eines ungebrochenen Willens.“
Charles Spurgeon
„David war stark im Geist, aber schwach in der Politik – und er wusste es.“
6. Tabellen
Tabelle: Kontrast David – Abner – Joab
| Thema | David | Abner | Joab |
|---|---|---|---|
| Motivation | Gottes Wille | Macht | Rache |
| Haltung | Ehre | Stolz | Gewalt |
| Methode | Geduld | Intrige | Mord |
| Beziehung zu Gott | Erwählt | erkennt, aber nutzt | ignoriert |
| Ergebnis | Aufstieg | Tod | spätere Strafe |
Tabelle: Die Machtverschiebungen in Kapitel 3
| Person | Anfang | Ende |
|---|---|---|
| David | König über Juda | kurz vor Gesamtisrael |
| Abner | Macht hinter Isch-Boschet | tot |
| Isch-Boschet | Königstitel | schwach, isoliert |
| Joab | Heerführer | unkontrollierbar |
7. Fazit
- Samuel 3 ist ein Kapitel voller menschlicher Politik – aber göttlicher Vorsehung. Abner wechselt die Seiten. Isch-Boschet verliert die Kontrolle. Joab tötet aus Rache. David trauert und wartet.
Doch über allem steht Gottes Plan:
David wird König – nicht durch Gewalt, sondern durch Gottes Führung.
Botschaft: Menschen können intrigieren, manipulieren, kämpfen – aber Gottes Plan bleibt unerschütterlich.

