2Mose 3 – Die Berufung Moses am Dornbusch
1. Überblick & Struktur
Kapitel 3 ist eines der heiligsten Kapitel der Bibel: Gott offenbart sich Mose im brennenden Dornbusch, ruft ihn in den Dienst und offenbart seinen Namen: „Ich bin, der ich bin.“
Bewegungen des Kapitels:
- Mose in der Wüste – Gottes Vorbereitung (3,1)
- Der brennende Dornbusch – Gottes heilige Gegenwart (3,2–6)
- Gottes Auftrag – „Ich sende dich“ (3,7–12)
- Gottes Name – „ICH BIN“ (3,13–15)
- Gottes Plan – Befreiung & Widerstand (3,16–22)
2. Exegese Vers für Vers
3,1 – Mose hütet die Schafe
Der zukünftige Führer Israels hütet Schafe – ein Bild für Demut und Vorbereitung. Gott formt seine Diener nicht im Palast, sondern in der Stille.
Darby:
- „Gott bereitet seine Werkzeuge im Verborgenen, bevor er sie öffentlich gebraucht.“
3,2–6 – Der brennende Dornbusch
Der Dornbusch brennt, aber verbrennt nicht. Das Bild zeigt:
- Gottes Gegenwart inmitten der Not
- Heiligkeit Gottes
- Gnade, die bewahrt statt vernichtet
Mackintosh deutet den Dornbusch als Bild Israels:
- bedrängt, aber nicht zerstört
- Gott ist in der Mitte
„Zieh deine Schuhe aus“ – Gottes Gegenwart fordert Ehrfurcht.
3,7–12 – Gottes Auftrag
Gott sieht, hört, kennt und steigt herab. Er sendet Mose – aber Mose fühlt sich unfähig.
Gottes Antwort: „Ich werde mit dir sein.“
Walvoord:
- Die Berufung Gottes basiert nicht auf menschlicher Fähigkeit, sondern auf göttlicher Gegenwart.
3,13–15 – Der Name Gottes
Mose fragt: „Was ist sein Name?“ Gott antwortet: „ICH BIN, DER ICH BIN.“
Bedeutung:
- Gott ist ewig
- Gott ist unveränderlich
- Gott ist gegenwärtig
- Gott ist selbstexistent
NT‑Erfüllung: Jesus sagt: „Ehe Abraham war, bin ich.“ (Joh 8,58)
3,16–22 – Gottes Plan
Gott kündigt an:
- Israel wird befreit
- Pharao wird widerstehen
- Gott wird eingreifen
- Israel wird Ägypten „ausplündern“
Gott kennt den gesamten Weg – Anfang, Mitte, Ende.
3. Theologische Linien
3.1 Gottes Heiligkeit
Der Dornbusch zeigt: Gott ist heilig, aber gnädig.
3.2 Gottes Mitgefühl
„Ich habe das Elend meines Volkes gesehen“ – Gott ist nicht fern.
3.3 Gottes Berufung
Berufung beginnt nicht mit „Du kannst“, sondern mit „Ich bin“.
3.4 Gottes Name
Der Name „ICH BIN“ ist die Grundlage aller Offenbarung.
3.5 Gottes Plan ist souverän
Er kennt Widerstand und Sieg im Voraus.
4. NT‑Bezüge
| Exodus 3 | NT‑Erfüllung |
|---|---|
| „Ich bin“ | Jesu „Ich‑bin“-Worte (Joh 6–15) |
| Gott sieht das Elend | Christus sieht die Volksmengen (Mt 9,36) |
| Gott sendet Mose | Christus sendet die Jünger (Joh 20,21) |
| Dornbusch | Gott im Leid seines Volkes (2Kor 4,8–10) |
5. Anwendungen für heute
5.1 Gott begegnet uns in der Wüste
Nicht im Lärm, sondern in der Stille ruft Gott.
5.2 Gottes Gegenwart ist heilig
Ehrfurcht ist keine Option, sondern eine Haltung.
5.3 Berufung basiert auf Gottes Sein, nicht unserem Können
Gott sagt nicht: „Du bist stark“, sondern: „Ich bin bei dir.“
5.4 Gott sieht, hört, kennt
Kein Gebet, kein Seufzer ist verborgen.
5.5 Widerstand gehört zum Weg
Pharao wird nicht sofort nachgeben – geistliche Realität.
6. Tabelle für den Blog
| Abschnitt | Inhalt | Bedeutung |
|---|---|---|
| 3,1 | Mose in der Wüste | Vorbereitung |
| 3,2–6 | Dornbusch | Heiligkeit & Gnade |
| 3,7–12 | Auftrag | Gottes Gegenwart |
| 3,13–15 | Gottes Name | Offenbarung |
| 3,16–22 | Gottes Plan | Souveränität |
7. Fazit
Thema: Der Gott, der ist Punkte:
- Gott begegnet in der Stille
- Gott offenbart seine Heiligkeit
- Gott sieht das Leid seines Volkes
- Gott sendet mit seiner Gegenwart
- Gott offenbart seinen Namen
Schluss: Berufung beginnt mit Anbetung – und endet im Gehorsam.

