1Mose EINLEITUNG
aus: „Betrachtungen über das Wort Gottes“ – J. N. Darby (blogfertig formatiert, Inhalt unverändert)
Einleitung
Ich habe vor, in diesem Werk, von dem das 1. Buch Mose der Anfang ist, einen kurzen Überblick über die wichtigsten Gegenstände jedes Buches der Bibel wiederzugeben, um beim Studieren dieses kostbaren Buches, das Gott uns gegeben hat, zu helfen. Ich gebe gar nicht vor, den vollen Inhalt jedes Buches zu geben, sondern nur (wie Gott mir geben wird) eine Art Verzeichnis der Gegenstände, der Einteilungen der Bücher ihren Gegenständen gemäß, und (insofern ich dazu befähigt werde) die Absicht des Geistes Gottes in jedem Teil, und zwar in der Hoffnung, daß dies anderen beim Lesen des Buches Gottes helfen wird.
In ihrem Gegenstand ist die Bibel ein Ganzes, die uns Gott, wie Er in der Fülle Seines Wesens hervortritt, darstellt, um uns alles kundzutun, was Er ist, und um diejenigen zu dem Genuß dieser Fülle, die bei Ihm ist, zurückzuführen, die, indem sie zu Teilhabern an Seiner Natur gemacht worden sind, fähig geworden sind, Seine Ratschlüsse und Ihn Selbst zu erfassen und zu lieben.
Bevor aber dieser Vorsatz völlig offenbart wurde, ist der Mensch als ein verantwortliches Wesen auf den Schauplatz gebracht worden, und seine Geschichte als solche, die uns in den verschiedenen Phasen, durch die er gegangen ist, gegeben wird, und zwar bis zum Kreuze, wo seine Feindschaft gegen Gott offenbar wurde, und wo für die volle Offenbarung dieses Vorsatzes und für die Erfüllung des Wohlgefallens Gottes an dem Menschen die Grundlage geschaffen wurde.
Diese Grundlage wurde durch das geschaffen, worin der ganze göttliche Charakter in Liebe und in Gerechtigkeit geoffenbart und verherrlicht wurde, wie auch Gott in jeder Hinsicht vollkommen verherrlicht wurde, indem Er den Menschen in die Herrlichkeit einführte.
Die Schöpfung hat als ein Schauplatz für diese Kundmachung Gottes gedient; als eine Kundmachung wäre sie aber an sich ganz und gar unvollkommen gewesen, obwohl sie in einem gewissen Maße Seine Herrlichkeit verkündete.
Indem überdies die Sünde hereingebrochen war, neigte der Zustand der Schöpfung und das Wirken der Vorsehung, die ihre Ordnung und alle Einzelheiten hienieden regulierte, dazu, bei dem Zustande, in dem sich der Mensch befand, einen falschen Begriff von Gott zu geben. Wenn er nun diese Schöpfung und diese Regierung auf Gott bezog, so sah er eine Macht, die Ihm allein gehörte, während gleichzeitig Böses da war, das jeden Begriff, den er sich von jener mächtigen Güte machen konnte, umwarf.
Der Verstand des Menschen verlor sich bei der Anstrengung, dies zu erklären, und Aberglaube und Philosophie vollendeten die Verwirrung, in der er sich befand.
Diese Formen des Aberglaubens waren nichts anderes, als daß sich Satan des Begriffs von Gott im Herzen bemächtigt hatte, um unter diesem Namen seine Lüste zu befriedigen, und es dadurch zu erniedrigen, daß sie durch den Namen eines Gottes, der in Wahrheit ein Dämon war, geweiht wurden.
Die Philosophie aber war eine unnütze Anstrengung der Vernunft des Menschen, sich zum Begriff Gottes zu erheben — zu einer Höhe, die er zu erreichen unfähig war und die er infolgedessen preisgab, indem er sie zum Gegenstand des Stolzes machte, ohne sie auszukommen.
Sogar das Gesetz Gottes, während es die Verantwortlichkeit des Menschen Gott gegenüber verkündete und somit Seine Autorität behauptete, offenbarte Ihn nur in dem Ausüben des Gerichts, indem es vom Menschen forderte, was er sein sollte, ohne jedoch das Wesen Gottes, außer in Gerechtigkeit, zu offenbaren.
Der Sohn Gottes ist Gott Selbst inmitten dieses ganzen Schauplatzes, der treue Zeuge von allem, was Er in Beziehung zu diesem ist. Mit einem Wort: es ist der Sohn Gottes, den Gott Selbst offenbart und der notwendigerweise zum Mittelpunkt all Seiner Ratschlüsse und aller Offenbarungen Seiner Herrlichkeit wird, wie auch zum Gegenstand aller Seiner Wege.
Drei große Gegenstände der Bibel
Darby fasst die gesamte Schrift in drei Hauptlinien:
1. Die Schöpfung
– jetzt unter der Wirkung des Sündenfalles
2. Das Gesetz
– das dem Menschen eine Satzung gab, um zu prüfen, ob er inmitten dieser Schöpfung gottgemäß leben könne
3. Der Sohn Gottes
– die Offenbarung Gottes in Liebe, Gnade, Wahrheit und Herrlichkeit
Die ersten beiden stehen unter dem Zeichen der Verantwortlichkeit des Menschen. Der dritte steht unter dem Zeichen der Gnade Gottes.
Das Kreuz als Mittelpunkt
Das Kreuz ist in jeder Hinsicht der Mittelpunkt von alledem.
- Dort endet die Geschichte des Menschen als eines Kindes Adams.
- Dort beginnt die Geschichte der Gnade.
- Dort werden das Gute und das Böse völlig zur Entfaltung gebracht.
- Dort ist Gott vollkommen verherrlicht.
- Dort ist der Mensch in Sünde gerichtet und in Gerechtigkeit erlöst.
- Dort wird die Herrschaft des Bösen vernichtet.
- Dort wird die Herrschaft des Menschen in Gerechtigkeit aufgerichtet.
- Dort wird der Sohn Gottes als Mensch zum Haupt aller Dinge gesetzt.
Durch das Kreuz steht alles sicher und unveränderlich.
Die Struktur der Bibel
Darby zeigt:
- Das Alte Testament enthält Geschichte und Weissagung.
- Das Neue Testament enthält Erfüllung, Offenbarung, Kirche, Geist, Zukunft.
Die Kirche ist dabei kein Teil der Zeitalter, sondern ein Geheimnis, das erst nach dem Kreuz offenbart wurde.
Typologie und Prophetie
Darby betont, dass viele alttestamentliche Ereignisse typologisch sind.
Beispiel: Isaak auf dem Altar – ein Bild des Sohnes, den Gott Selbst opfert.

